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Warum Fashion Influencer kein Job ist!

Viele junge Mädchen haben mittlerweile diese Szene für sich entdeckt und wollen wirklich in Zukunft Influencer oder Blogger werden. Das eigentliche Problem ist nicht dieser Wunsch, sondern vor allem die falschen Vorstellungen die dahinter stecken. Ein bisschen gut aussehen, ein paar Outfits präsentieren und schon wird man reich, doch so einfach ist das Ganze bei weitem nicht. Wer mit dem Bloggen oder sozialen Netzwerken wirklich Geld verdienen will und keinerlei reiche Eltern oder TV Auftritte vorab vorweisen kann, der wird es wirklich schwer haben in diesem Business durchzustarten. Mittlerweile gibt es in jeder Nische Blogger und Influencer und Geld verdienen lässt sich nur dann wenn man ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen kann. Aber trotz allem ist weder Blogger noch Influencer jemals als Job anerkannt worden. Wir erklären euch warum es auch nie dazu kommen wird.

Legal, Illegal, Scheißegal?

Nehmen wir als Beispiel einen klassischen Blogger oder Influencer. Ziel der Tätigkeit ist es damit Geld zu verdienen. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten für denjenigen das zu tun. Man muss als erstes die Voraussetzungen für die jeweiligen Werbeformen erfüllen. Affiliate Marketing ist hier die einfachste Form der Werbung. Dabei platzieren Blogger und Influencer gezielt Werbung in ihren Inhalten, die aktiv von Kunden angeklickt werden müssen, die dann etwas kaufen. Diese Kunden nennt man Leads. Die Vergütung für den Werbetreibenden erfolgt in der Regel je Lead oder prozentual nach Umsatz. Beispiel: Ein Kunde klickt auf Amazon Werbung in einem Blog und kauft etwas, dann bekommt der Werbetreibende in der Regel zwischen 3% und 5% Werbekostenerstattung. Diese Werbekostenerstattung wird vom Verkäufer, zusammen mit den Amazon Gebühren bezahlt. Der Blogger/Influencer kann so, je nach Nische, durchaus beachtliche Summen verdienen. Ein Gaming Blog der zu Startzeiten der Playstation 4 zum Beispiel mit seiner Werbung 120 Kunden zum Bestellen bei Amazon überredet hat, hätte in diesem speziellen Fall zum Beispiel: 399,- x 120 x 0,05 = 2394,- Euro verdient. Natürlich kommt nicht jeden Monat eine neue Konsole heraus und um 120 Kunden als Werbeerfolg.

Die weitaus beliebtere Variante sind Kooperationen mit Unternehmen. Das ist dann im Endeffekt auch die Glamourwelt die sich alle wünschen. Flüge bezahlt bekommen, entfernet Ziele sehen, Hotels testen, über Urlaube berichten und Sehnsüchte wecken. Allerdings ist es bis dahin eine Menge Arbeit und das Ganze ist immer noch eine Grauzone in der man sehr schnell auf Messers Schneide wandern kann. Es ist gerade für Mode & Livestyle Bloggerinnen ein großes Glücksspiel sich mit Werbetreibenden einzulassen ohne die richtigen Vorkehrungen zu kennen. Da wird man wohl eher eine der größten Pokerspielerinen als Rechtsprofi.

Es gibt in jedem Land Richtlinien und Gesetze zum Thema Werbung und Schleichwerbung. Platzieren wird zum Beispiel eine Flasche Cola oder ein Cola T-Shirt in einem Video dann ist das nicht schlimm, werden wir aber dafür bezahlt, dann handelt es sich dabei um eine Produktplatzierung bzw. Werbung. Das MUSS kenntlich gemacht werden. Jeder der Geld für Werbung nimmt ist verpflichtet die Leser/Zuschauer darauf hinzuweisen das Geld geflossen ist. Genauso ist es im Blogger Bereich. Will man hier einen Link zu einer Seite posten, so kann man das frei Schnauze machen wie man möchte, bekommt man allerdings Geld dafür das man einen Link veröffentlicht und gibt nicht an dafür bezahlt worden zu sein dann ist das unlauterer Wettbewerb. So verhält es sich zum Beispiel wenn ein Hersteller einer Bestimmten Kleidungsmarke an eine Mode Bloggerin herantritt und möchte das sie in den nächsten 5-10 Fotos nur seine Kleidung trägt. Es reicht nicht aus das Beiträge durchaus, aufgrund ihrer professionellen Aufmachung als Werbung zu erkennen seien.

All diese Beiträge müssen klar und deutlich als Werbung gekennzeichnet werden, ansonsten geraten Unternehmen und Publisher hier schnell in Schwierigkeiten. Dieses Problem verstärkt sich natürlich mit der Reichweite eines Beitrags. Einen Blogger mit 50 Lesern im Monat wird kaum Probleme bekommen, eine Instagrammerin mit 5 Millionen Followern dafür schon viel eher.

Quelle: Pixabay, CC0 Lizenz, Public Domain

Die Arbeit hinter einem social Media Account

Während viele den Unterschied zwischen Bloggern, die Geld verdienen und social Media Stars, sogenannten Influencern kaum kennen, sind beide Genres durchaus eine Herausforderung. Natürlich, die meisten beginnen einfach damit täglich ein oder zwei Fotos zu posten oder wöchentlich mal einen Blogpost zu schreiben, das ist in vielen Fällen bereits ausreichend. Wer das ganze allerdings professionell betreiben möchte der wird nicht um Dinge herumkommen wie Buchhaltung, professionelle Ausrüstung. Alleine eine Bloggerin die Fotos posten will wird nicht um professionelles Kamera Equipment herumkommen. Wer sich dazu noch selbst vermarkten will wird auf Dauer auch einen Fotografen brauchen. Klar ginge das in vielen Fällen sicherlich auch mit dem Selbstauslöser, aber wer lässt bitte eine Fotokamera inkl. Ausrüstung, im Wert von mehreren tausend Euro einfach auf einem Stativ herumstehen und geht weg um auf dem Bild zu sein!?

Dazu kommt natürlich das man sich mit der gesamten Ausrüstung, Bildbearbeitung, Fotoshop und Co. auskennen muss. Dazu kommt natürlich auch der passende PC, ein Laptop für 300 Euro kann zwar auch Fotoshop ausführen, aber das damit zu arbeiten dürfte unmöglich sein. Wer das Ganze so mobil wie möglich halten will wird wohl auch um einen Laptop im Tausender Bereich oder ein hochwertiges Tablet in der gleichen Preisklasse nicht herumkommen.

Hinzu kommen Makeup, Haare, Styling, ständig neue Outfits, Werbung für die eigene Internetpräsenz und digitale Imagepflege. Weiter geht es mit Abrechnung, Angebotserstellung, Buchhaltung, Steuern und so weiter. Zwischen all dem Stress noch frisch, erholt und sexy auszusehen ist auch nicht einfach. All das kostet viel Geld und vor allem Zeit. Als social Media Star, in der heutigen Zeit alleine durchzustarten ist verdammt harte Arbeit, die Erfolgsgeschichten der kleinen Teilnehmer, die plötzlich riesengroß geworden sind sind lange vorbei und so gut wie unmöglich zu wiederholen.

Warum Influencer kein Job ist!

Nun um ein Influencer in seinem speziellen Bereich zu werden muss man erst einmal ein Alleinstellungsmerkmal mitbringen. Das kann bei einer Mode Ikone durchaus das gute und/oder spezielle Aussehen sein, natürlich gekoppelt mit einem guten Stil und entsprechender Ahnung von der Materie. Schon oft konnten wir im TV erleben das große Influencer/Blogger in TV Sendungen mitwirken durften und eigentlich keine Ahnung hatten von dem was sie da reden. Als prominente Beispiele kann man hier TV Formate wie Grill den Henseler oder Deutschland sucht den Superstar nennen. Hier sind oft genug  Personen aus dem jeweiligen Influencer/Blogger Metier aufgefallen weil sie eigentlich weder Ahnung noch Fachkenntnisse beweisen konnten.

Entsprechende Fachkompetenz ist aber etwas das einen Influencer, also jemanden der andere maßgeblich beeinflussen will, auszeichnet. Als nächstes kommt hinzu das man eine entsprechende Fanbasis mitbringen muss. Ein Musiker verdient auch kein Geld wenn niemand ihn/sie hören will. Diese Fans müssen echt sein!

Das Problem an der Ganzen Sache ist aber nicht unbedingt die Tatsache das es Menschen gibt, die großen Einfluss haben, aber keine Ahnung von dem was sie machen, immerhin können solche Menschen sogar Präsidenten großer Staaten werden, das Problem ist die fehlende Integrität.

Das social Media Business ist hart, keine Frage, aber es gibt viele Wege zu betrügen, so kaufen sich zum Beispiel selbst große Instagramm Accounts regelmäßig Fans, Views und Likes iherer Beiträge dazu, nur um sich von der Masse abzuheben. Das Problem dabei ist, das diese gekauften Follower natürlich keine echte Reichweite darstellen. Es wäre genauso wenn jemand in einer Großstadt eine Radio-Sendeantenne aufstellt und sagt er würde eine Million Menschen erreichen, die hören aber nicht ein einziges Wort. Neben der Tatsache das diese Fans natürlich auch gegen die AGB´s der entsprechenden sozialen Medien verstoßen stellen sie keine echte Basis dar. Hinzu kommt natürlich das Unternehmen auf diese Weise betrogen werden was eine entsprechende Werbereichweite angeht. Hinzu kommt das die Influencer Produkte und Dienstleistungen anpreisen, ihre Accounts sind also oftmals rein zu Werbezwecken angelegt worden.

Welche Integrität besitzen solche Menschen denn? Was kann man einer solchen Person wirklich glauben? Als echter Influencer in einem Bereich hat man aber genau diese Integrität. Beispiel: Ein hochwertiges und ehrliches Spielemagazin veröffentlicht einen Test zu einem Spiel und kritisiert es, andere Magazine werden aber dafür bezahlt den Artikel zu schreiben. Eventuell bekommen sie eine Einladung zu einem großen Event oder gleich 2 oder 3 special Edition Boxen zum verlosen und so weiter. Eventuell bekommen diese Magazine auch Werbeverträge mit den jeweiligen Spiele-Herstellern, die besonders lukrativ sind. Bei diesen fallen dann die Wertungen für die Spiele deutlich besser aus. Es ist teilweise sogar auffällig wie einige Unternehmen systematisch Kritik weg reden. Sowas auf Urlaube oder Mode zu übertragen wäre katastrophal, da es doch vor allem Branchen sind in denen der Geschmack einzelner wichtig sein kann. Wer zum Beispiel im Urlaub den ganzen Tag unterwegs ist, den wird das schmuddelige Zimmer kaum stören. Wer im Urlaub jeden Tag woanders isst, der wird ebenfalls kein Problem mit einem mickrigen Buffet haben, das kann bei den Fans aber wieder ganz anders sein!

Fazit

Der Bereich social Media ist ein gewaltiger Werbemarkt für Unternehmen. Gerade hier kann man ungeschoren machen was man will, so glauben es zumindest einige. Oftmals erleben wir Schleichwerbung an allen Ecken oder Enden und immer wieder gibt es beeinflusste Influencer, obwohl diese selbst als Beeinflusser gelten sollten. Selbst große Handelsketten wie Otto wollen mittlerweile eigene Mitarbeiter als Influencer ausbilden. Der Influencer wird also immer mehr zu einem reinen Werbeträger und verliert damit den Status als Influencer und sollte eher als Advertiser angesehen werden. Aber in der heutigen Welt, in der Staaten das Internet kontrollieren können, Informationen systematisch gefiltert werden können und es eigentlich kaum noch eine Garantie für ein funktionierendes System in Freiheit gibt, macht das auch nicht mehr viel aus, die Menschen wollen beeinflusst werden und sei es nur durch Werbung und Unternehmen.

Titelbild Quelle: Pixabay, CC0 Lizenz, Public Domain


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