Tierschutz ist kein Pappenstiel

Bei all der Konsumbereitschaft finanzkrisengeplagter Mitmenschen, die sich gern der wohligen und flauschigen Aura eines Haustieres bedienen oder bereits den Ausflug in ein Zoofachhandel als emotionale Bereicherung empfinden, ist es mir ein Bedürfnis einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Geld um ein Eis hier, ein T-Shirt da, Schmuck und sogar neue Autos, Abwrackprämie hin oder her, zu kaufen, scheint ja ausreichend da zu sein, daher möchte ich die Gunst der Stunde nutzen eine kleine Geschichte zu erzählen und würde mich über eifrige Leser sehr freuen – Karma kommt schließlich auch nicht von alleine :)

Ob ausrangierte Osterhasen, Sommerferienüberbleibsel, ungewollter Nachwuchs, verwitwete Vierbeiner oder ungeliebte Federtiere – wer den Weg ins Tierheim findet, trägt ein trauriges Schicksal und dennoch kann sich jedes Tier glücklich schätzen, das nicht einfach im Klo runtergespült wird, unauffindbar ausgesetzt wird oder gar gequält wird über Wochen, Monate und Jahre. Komisch ist, dass Tierheime einerseits zum Stolz einer Stadt beitragen, denn sie signalisieren die städtische Tierliebe und den Willen zum Tierschutz, aber andererseits wird von staatlicher Seite erschreckend wenig dafür getan. Zum Beispiel das Tierheim bei Berlin – dort kommt der Staat lediglich oder immerhin für die ersten 5 Tage eines Tieres in der Obhut des Tierheimes auf, genau der Zeitraum, in dem sich der ehemalige Tierhalter melden kann und das Tier wieder zu sich nimmt.

Sicher werden jetzt viele sagen: „Daran bin ich doch nicht schuld, also was geht mich das alles überhaupt an?“ und ich werde antworten: „Nichts und doch alles irgendwie.“ Ich halte es ja gern mit dem Ausspruch: „Leben und leben lassen!“, daher möchte ich hier niemandem zu nahe treten oder auf die Nerven gehen, aber Helfen kann so gut tun.

Und Helfen heißt nicht immer Geld zahlen, was man nicht hat oder stundenlang vor Ort sein und ehrenamtlich an Projekten mitzuarbeiten, sondern kann ganz banal und zudem auch noch umweltfreundlich sein. So kann man nämlich als Altpapiersammler schon helfen. Es gibt die sogenannte Papierbank und bringt man dort sein Altpapier hin, gibt die Kennungs-/Projektnummer des Tierheimes an, im Fall von Berlin wäre das die 20000, kommt dem Tierheim automatisch eine Unterstützung zu ohne dass man an sein Erspartes muss oder sonstige Opfer bringt, die man nicht bereit ist, aufzubringen.

Wem das noch nicht genug Motivation ist, der möchte ja vielleicht von den zusätzlichen Ermäßigungen profitieren, die durch eine derartige „Papierspende“ entstehen. So bekommt der Papierbankkunde zum Beispiel 10% Preisnachlass im Waxingstudio oder 40% Ermäßigung auf T-Shirts von Good&Evil. Auch Hertha BSC und die Berliner Eisbären lassen sich in Sachen Rabatt mit jeweils bis zu 40% nicht lumpen. Mitmachen lohnt sich also für alle: die Tiere im Tierheim, die Umwelt dank Altpapiersammlung und die Zweibeiner in Punkto Karma und Rabattansprüche.

Also, versteht mich nicht falsch, ich finde das Bedürfnis zu helfen sollte eigentlich aus der Tiefe des Herzens kommen, aber es gibt eben auch Menschen, die lieber für alles eine Gegenleistung erhalten und denen eine kalte Hundeschnauze, ein zufriedenes Katzenschnurren, ein glücklicher Hoppelluftsprung oder auch nur das innere Glüklichsein über das Helfens an sich nicht ausreichen. Jeder nach seiner Façon, Hauptsache es werden auch sinnvolle Projekte unterstützt und nicht nur Großgrundbauvorhaben, wahnwitzige Versuchsreihen oder sinnlose Bahnstreckenbauten mit Millionen-Geldverschwendung.


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