Kinderpatenschaften hinter dem eigenen Tellerrand

Lifestyle beschreibt nicht unweigerlich nur den Tanz durch die Welt der Konsumgüter und das Schmücken mit Prestigeobjekten, Lifestyle kann wörtlich genommen auch einfach den Lebensstil, eben die Lebenssituation meinen. Daher widme ich mich heute einmal einem ernsteren Thema und möchte die Möglichkeit von Patenschaften für Kinder behinderter Eltern vorstellen, denn Lebenssituation umfasst eben auch das soziale Umfeld und den individuellen Stand in der Gesellschaft.

Ich wage zu behaupten, dass kaum eine Gesellschaft bei kritischen Themen wie Krankheiten, Tod oder Alter so tabuisiert wie die deutsche. Ok, der Spendenmarathon und gleichartige Eventaktionen geben uns die Möglichkeit der Welt nach außen zu signalisieren, dass wir helfen, aber außer einer Überweisung, zur Reinigung des schlechten Gewissens, weil man die erdrückenden Beiträge aus den sogenannten Entwicklungsländern nicht erträgt, ist nicht viel gewesen. Nun können wir natürlich auch nicht alle gleichzeitig diese Länder stürmen und mit Anpacken oder ganze Familien bei uns aufnehmen, aber darum geht es auch gar nicht und die Hilfe die nach Außen gegeben wird, möchte ich auch keinesfalls madig machen, aber warum kehren wir so wenig vor den eigenen Türen?

In Deutschland verhungern auch Kinder, so schrecklich wie das klingt, hier werden alte Menschen vergessen und undankbar bis zum Tod in einer Ecke abgestellt, Tiere werden ausgesetzt wie Abfall, Sterben wird im wahrsten Sinne des Wortes totgeschwiegen und Behinderte werden allenfalls als Sensation begafft. Wir haben als Gesellschaft noch längst nicht den Schritt geschafft, dass nicht jeder nur froh ist, wenn all das ihn persönlich nicht betrifft, sondern Aufklärung stattgefunden hat und Hilfsbereitschaft verbreiteter ist als Egoismus.

Ich meine, keiner verlangt, dass man Pfleger, ehrenamtlicher Helfer einer gemeinnützigen Einrichtung wird oder man mit Überhilfsbereitschaft auf der Straße ältere und behinderte Menschen in ihrer Freiheit und Eigenständigkeit beschneidet, aber es gibt Situationen, für die gibt es einfach noch zu wenige Lösungen.

Eine solche Situation ist die der Kinder von psychisch kranken Eltern. Am Beispiel einer Mutter: Da kommen Krankenhausaufenthalte, Therapien und Reha-Termine zusammen, in denen das Kind auf sich allein gestellt ist. So ein Kind hat kaum die Möglichkeit einen Ort des Verständnisses zu finden und muss viel schneller Verantwortung übernehmen, erwachsen werden, als andere Kinder. Doch mittlerweile gibt es Initiativen wie die der Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern. So wird beiden geholfen. Das Kind bekommt quasi ein zweites zu Hause, ein stabiles soziales Umfeld und Ansprechpartner für alle Lebensfragen, während die Mutter Entlastung und Unterstützung erfährt ohne in ihrer Mutterrolle beschnitten zu werden. Wer sich für eine solche Patenschaft interessiert, kann sich bei örtlichen Einrichtungen wie etwa Amsoc in Berlin, Pfiff in Hamburg oder Pib in Bremen genauer informieren und schließlich dort auch seine Hilfe anbieten. Eine weitere Anlaufstelle ist auch Netz und Boden, wo man neben vielen hilfreichen Informationen auch jede Menge Adressen erfahren kann. Und wenn man selbst in zu vielen Schwierigkeiten steckt oder einfach einer solcher Aufgabe nicht gewachsen ist, so kann man doch zumindest mit Aufklärung helfen und unterstützen, oder nicht?!


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Kommentare

  1. Uschina

    Finde ich auch ,wieder ein Hammertext.

2 Kommentare