post thumbnail

Kaffee oder Tee?

Folgendes Szenario: Ihr habt einen neuen Freund, der euch unbedingt seinen Eltern vorstellen möchte. Frau will bei so was einen guten Eindruck hinterlassen, macht sich schick und ist brav und natürlich. Alles klappt so weit ganz gut. Man sitzt zusammen am Kaffeetisch – und dann wird eingegossen. Eure Hand neigt sich langsam, aber doch reflexartig auf den Rand der Tasse, in welche die Schwiegermama in spe gerade Kaffee hineinschütten möchte. Ein kurzer Blick zwischen potenzieller Schwiegermama und potenzieller Schwiegertochter wird ausgewechselt. „Ich möchte lieber keinen Kaffee, danke“. Dieses kleine Szenario kann auch nur einem Teegenießer in einem Kaffeetrinkerland wie Deutschland passieren. Aber so ist das nun mal – wer keinen Kaffee mag, muss notgedrungen entweder gute Miene zum „bösen“ Spiel machen oder wahrheitsgemäß sich als Teetrinker outen.

Seit Jahrhunderten bei uns

Kaffee hat in Deutschland einfach den höheren Stellenwert. Immerhin haben wir ihn schon seit dem 16. Jahrhundert hier. Der gute Tee kam erst ein paar Jahrzehnte später über die Holländer in unsere Gegend. Wer noch Omas Kaffeemühle kennt, weiß, dass Kaffee aus Bohnen hergestellt wird. Dort wurden die nämlich hineingeschüttet und frisch gemahlen. Die ganze Wohnung roch nach Kaffee. Der kam in selbstgebastelte Tüten und wurde mit heißem Wasser aufgebrüht. Anstrengend war es schon, denn die ersten Mühlen waren mit Kurbel. Heute holen wir Kaffeepulver aus der Packung, es stehen fertige Filtertüten im Regal und das wohlriechende Aufgussgetränk kommt aus Kaffeevollautomaten. Beim Tee haben wir unzählige Sorten und die wenigsten von uns gehen noch in die Wälder, um dort Blüten und Blätter für einen heißen, duftenden Drink am Abend zu sammeln. Auch hier hat die Technik einiges geleistet, damit wir uns auf Knopfdruck frischen Tee schmecken lassen können.

Die zwei so völlig verschiedenen Guten-Morgen- und Nachmittagsdrinks haben es uns wirklich angetan. Doch ist es selten, dass wir beide gleich toll finden. Dabei haben sie als Genusswaren ihre Vorzüge.

Kaffee und Tee lassen uns wach werden

Sie sorgen für gute Stimmung am Frühstückstisch und am Arbeitsplatz. Und das passiert nicht allein wegen den kleinen netten Kafeeepausen mit lieben Kollegen beim Smalltalk. Denn das gute alte Koffein, was sich im Kaffee auch so nennen darf, im Tee spricht man da von Theain, kurbelt für Stunden den Kreislauf hoch und schüttet erwiesenermaßen das Glückshormon Endorphin aus. Im Kaffee entfaltet es seine volle Kraft. Im Theain ist es im wahrsten Sinne des Wortes etwas gebundener. Das Hochkurbeln geschieht etwas milder, aber munter und glücklich macht der Tee nicht weniger. Es dauert nur ein wenig länger bis zur vollen Entfaltung.

Kaffee und Tee sind gesund

Der Kaffee, zugegeben, nur in Maßen, also nicht in Massen. Das ungebundene Koffein ist einfach zu wild für unseren Körper – kein Wunder, reines Koffein stand nicht umsonst jahrelang auf der Dopingliste. Damit Kaffeetrinken noch gesund bleibt, solltet ihr die Freude auf vier Mal am Tag begrenzen. Für Tee gibt es da weniger Einschränkungen. Was also ist nun daran gesund? Eigentlich muss man sich da nur die Medikamente anschauen, die als wichtigen Wirkstoff Koffein enthalten. Das ist zum Beispiel bei Parkinson der Fall. Das Zittern lässt spürbar nach, wenn man eine  gewisse Menge an Koffein eingenommen hat. Übrigens ist es auch totaler Quatsch, dass Koffein den Körper austrocknet. Kaffee ist genauso ein Getränk wie Tee. Und auch das Koffein macht den Kaffee nicht weniger flüssig.

Der Knackpunkt: Kaffee und Tee schmecken unterschiedlich. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer den Kaffeebohnensud nicht riechen kann, dem hilft auch keine Lektüre über die guten Seiten vom Kaffee. Beim Tee ist es genauso. Wer Bohnen lieber schmecken mag als eine Mischung aus Blüten, Blättern oder Früchten, der wird sich eher für den Kaffee am Morgen entscheiden.

Glücklich ist, wer sich Kaffeegenießer und Teekenner nennen kann. Da gibt es dann auch kleineren Malheurs am Kaffeetisch.

 


Nichts mehr verpassen!

Damit du keinen Beitrag mehr verpasst, folge uns doch bei Facebook oder Google+ oder abonniere unseren Newsletter.

Kommentarfunktion ist deaktiviert.

0 Kommentare