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Fremdgeh-Portale sind kein Plädoyer für die Liebe

Die Welt ist längst nicht mehr so romantisch, wie es uns einige Filme noch immer zu verstehen geben wollen. Liebe geht oft nur noch auf Zeit und Sex ist viel zu selten an dieses Gefühl gebunden. Das wird natürlich auch von geschäftstüchtigen Menschen ausgenutzt und bspw. via Fremdgehagenturen unterstützt. Dort bekommt der geneigte Fremdgeher alle Optionen von der Sexpartner-Wahl bis hin zu Alibis geboten. Das Fremdgeh-Portal Ashley Madison ist einer dieser speziellen Dienstleister. Erschreckend sind auch Tatsachen, wie bpw. Die Klickzahl vom Tag nach Valentinstag, an dem die Seite scheinbar 5-7 mal so oft besucht wurde, wie sonst im Durchschnitt. (Bild: obs/ASHLEY MADISON)

Dieses Phänomen ist enorm! Wir sind fest davon überzeugt, dass enttäuschte Erwartungen der Grund dafür sind. Gerade wenn man in seiner Beziehung nicht hundertprozentig glücklich ist, hat man hohe Erwartungen an den Valentinstag, hofft auf romantische Gesten des Partners oder der Partnerin, die eine Art Wendepunkt bewirken können. Doch spätestens wenn SIE sich für ihn nicht in scharfe Dessous geworfen hat oder ER sich gedankenlos auf ein Bier mit seinen Kumpels verabredet, kommt die Ernüchterung. Und die weckt bei vielen die Sehnsucht nach einem Seitensprung, nach einem Abenteuer. Bei ASHLEY MADISON wird man nicht enttäuscht – denn bei uns ist klar, worum es geht: schöne Stunden ohne Verpflichtungen“ (Constantin Dietrich/Europachef)

Diese Analyse entspricht auch ungefähr der Klischee-Reiterei, der wir in den Medien und überall sonst tagtäglich ausgesetzt sind: Ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, sagen die Einen, ein Befreiungsschlag für die Sexualität, sagen die Anderen.

Traurig ist die Entwicklung zur Austauschbarkeit mit Spätfolgen des Allein- und Einsam seins alle Male, dennoch werden solche Plattformen wohl auch in den nächsten Jahren ihre Kundschaft haben und mit Frischfleisch bedienen. Hauptsache wir vergessen vor lauter Schnelllebigkeit, Virtualität und Kompromisslosigkeit nicht, dass wir Menschen mit Bedürfnissen auf Gefühlsebene sind und machen uns nicht zu abgestumpften, verlogenen, unechten, kalten, skrupellosen und vor allem unglücklichen Robotern. Denn Sex und vermeintliche Freiheit sind manchmal eben doch nicht Alles!


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