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Fasching-Fashion

Zwischen den letzten Silvesterknallern und Goldregen liegen die glitzernden Diademe, Krönchen und Silberkleidchen. Ja, der Fasching hat Deutschland fest im Griff. Zumindest könnte man das denken beim flüchtigen Blick in einschlägige Läden. Bereits am 16. Februar ist der berühmte Rosenmontag, auf dem der Aschermittwoch folgen wird. Dann ist wieder bis November Schluss mit kunterbunten Gestalten, die sich zu Musik, Fanfaren und alkohöllischen Getränken bewegen. Viel Zauberei ist in den letzten Jahren dazugekommen. Teilweise ist ein Faschingsshop kaum noch von einem Gothic-Fetisch-Shop wie www.mystic-store.com zu unterscheiden. Man schaue sich nur die – äußerst passende Bezeichnung – zur Kategorie Fantasy näher an.

Woher kommt Fasching eigentlich?

Hat der Karneval, der Fasching in die Fastnacht sehr viel mit der Beziehung zum Christentum zu tun, geht der Brauch des Närrischen doch noch viel viel weiter, wenn wir Wikipedia und den Geschichtsbüchern Glauben schenken möchten. Für die Christen ist die Zeit eine Vorbereitung auf die Fastenzeit vor Ostern. Vom Aschermittwoch an, wo das große Fasten beginnt, bis einen Tag vor Ostersonntag soll an die 40 Tage gedacht werden, in denen Jesus fastend und betend die Wüste durchwanderte. Vor diesen Fastentagen soll also noch mal ordentlich gefeiert und dem Fleischkonsum Lebewohl (carne val) gesagt werden. Doch nicht nur im Christentum gibt es solche Feierlichkeiten, denn schon im alten Mesopotamien, also in Vorderasien, gab es Festivitäten wie diese. Oft wurden Götter damit geehrt, bei den alten Griechen Isis, die Göttin des Todes und der Wiedergeburt, bei den Römern Bacchus, der Gott des Weines. Die alten Germanen wiederum wollten mit ihrem Fasching den Winter verjagen.

Was trug frau in Faschingszeiten?

Bleiben wir bei den Germanen stehen. Wie vertreibt man den Winter mit seinen bösen Geistern? Mit bösen Masken! Schon zu den Zeiten der Germanen war es also Brauch, sich furchteinflößende Masken aufzusetzen. Die Kirche modifizierte die Tradition ein wenig, sodass nun keine Geister, sondern nur noch der Teufel vertrieben werden sollte. Daraufhin gab es dann Teufelsmasken. Und wo kommen nun die schicken Kleider und Krönchen her? Diese Tradition kommt aus Rom und wurde durch den dort residierenden Papst in die katholisch geprägten Lande gebracht, denn in der Faschingszeit (bei den Römern hieß die Zeit Saturnalien) konnte der Herr der Sklave und der Sklave der Herr werden. Demzufolge wurde die Magd zur Herrin und die Herrin zur Magd, was sich vor allem in der Kleidung widerspiegeln sollte.

Zauberwesen und Hexereien sind also eher nette Nebenmode beim echten Fasching. Doch heutzutage tut es eben auch eine sexy Piratenbraut oder ein Fetisch-Lack-Kleidchen.


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