Chanel unter der Trend-Lupe

Irgendwie haftet dem Gedanken an Mode von Chanel immer ein leicht pudriger Damenstil mit Schwerfälligkeit an. Das mag zum einen daran liegen, dass die Macherin Coco Chanel zu den Grand Dames der Modeszene gehörte und zum anderen daran, dass auch Karl Lagerfeld es pflegt seinen Fächer zu schwingen, in steifer Eleganz aufzutreten und mit gepuderter Mähne zu glänzen. Er ist quasi der Grand Monsieur des Mode-Business.

Dennoch soll es hier weder um Geschichte noch die Designer hinter der Marke Chanel gehen. Ich möchte die Gunst der Stunde nutzen Mode, Accessoires und Schmuck aus dem Hause Chanel einmal näher zu betrachten. Ist Chanel mehr als nur meist unerschwinglicher Luxus? Ist Chanel tragbar? Ist Chanel vielleicht sogar Trend?

Zumindest überrascht die Chanel-Homepage bereits mit ersten kleinen Spielereien für den verwöhnten Online-Shopper. Eine Chanel Slot Machine versüßt einem das Stöbern in Accessoires, Schmuck und Lederwaren.

Bei einem genaueren Blick auf die Accessoires für das Frühjahr 2010 wird schon mit der ersten Mütze klar, dass auch King Karl nicht vom Military Look lassen kann. Ansonsten kommt aber gerade das Zubehör für die luftigeren Tage leider etwas eingestaubt und wenig originell daher. Dieser Eindruck wird jedoch genauso schnell wieder geschmälert, wenn man den Chanel Beitrag unter dem Motto Croisière betrachtet. Trotz Linientreue mit vorrangigem schwarz-weiß, verirren sich auch satte Rottöne und pastellige Muster auf die Accessoires und laden einen direkt zur nächsten Knospenblüte ein.

Womit wir auch schon bei der aktuellen Chanel Kollektion wären… Wie eine Tüte geradliniger Bonbons laufen die Models in den Chanel-Kostümchen über den Haute Couture Catwalk. Mit Haar-Deko in Form von Geschenkschleifen in Lady Gaga-Manier wirken die Modelle tatsächlich wie kleine Barbie-Zinnsoldaten in eingestaubten Kostümen aus den Anfängen des Farbfernsehens. Dennoch gibt es ein paar wundervolle Highlights in der aktuellen Haute Couture Kollektion zu verzeichnen. Dazu gehört zum Beispiel das elegante weiße Seidenkleid mit schwarzer Krawatte auf Bild 51.

Die Prêt-à-Porter Show für die Frühjahrs-Kollektion 2010 hingegen wirkt nicht nur durch den Catwalk mit Farmcharakter sehr viel frischer und dynamischer. Die sich abzeichnenden Trends sind hierbei ganz klar Erd- und Pastelltöne sowie schwarz-weiße Muster oder satte Rot-Akzente. Ob als modernes Rocker Schulmädchen mit Nonnenattitüde, Rotkäppchen mit Hirten-Charme oder  Mut zur Freizügigkeit – bei Chanel wird im Prêt-à-Porter Bereich gerüscht, geschwungen und elegant gestreckt. Es wird verspielt, verblümt, gerockt und auch geflittert. Alles in allem ist die Kollektion sicher nichts für Mauerblümchen, aber durchaus für den großen Auftritt mit Individualität und Extravaganz geeignet.

Ebenfalls ins Auge gefallen sind die Bein- und Arm-Moden. Denn auch hier beschreitet Chanel für 2010 ganz neue Wege. Pink trägt sie bereits für immer und ewig und wir können sie nun ab März 2010 als Abziehbild auf unserer Haut zur Schau stellen: Tattoos. Natürlich gibt es von Chanel nicht die Schleifenmotive von Pinks Rückseite, aber mit zarten Ketten, Vöglein und Strumpfbändern widmet sich Chanel trendgemäß dem Fach der temporären Tattoos. Die Abziehbilder typischer Chanel-Motive werden also ab März Handgelenke, Beine und Dekolletés der Damenwelt verzieren.  Unter dem Titel „Les Trompe – l’Œil de Chanel“ wird es das Set aus 55 Bildern, zu ca. 50 Euro, jedoch nur in ausgewählten Boutiquen, wie bspw. am Ku’damm in Berlin, in München oder Wien, zu kaufen geben.

Fazit: Nicht alles was staubig anmutet, ist es auch. Und letztlich kommt es immer auf das Kombinationsgeschick der Trägerin an ;) .

Chanel unter der Trend-Lupe, 5.0 out of 5 based on 1 rating

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