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130 Jahre Lippenstift: eine über 5000 Jahre alte Geschichte

Seit Ende Juli 1883 dürfen wir ihn auf unseren Lippen tragen. In Seidenpapier eingewickelt wurde er auf einer Messe in Amsterdam vorgeführt; seitdem gibt es ihn ganz offiziell. Sein Siegeszug begann in den Vierzigern und ein Ende ist nicht in Sicht. Wir gratulieren dem Lippenstift zum 130.!

Lippenkosmetik: von Ägypten bis Japan

Ob in verführerischem Rot oder im dezenten Nudeton, gut 80 Prozent der weiblichen Münder ziert der Lippenstift als eines der ältesten Schminkartikel der Welt. Feierte er in unseren Breitengraden auch erst Ende des 19. Jahrhunderts seine Premiere – das alte Ägypten zurzeit der Pharaonen und Königinnen kannten ihn bereits vor seiner europäischen Geburtsstunde.

Bereits die schöne Nofretete verdrehte den Kriegern nicht nur mit ihrer Ausstrahlung die Köpfe. Ein klein wenig zumindest dürfte auch ihre erstklassige Schminke zu ihrer rühmlichen Eleganz beigetragen haben. Ihre Lippen beispielsweise sollen rot gewesen sein. Auch im alten Japan galt es als besonders edel, geschminkte Lippen zu haben. Denn immerhin war dieses Privileg hoch gestellten japanischen Damen vorgesehen. Wer etwas auf sich hält, färbt sich die Lippen rot, die Augen schwarz und die Haut weiß.

Damals bestand Lippenkosmetik aus einem modifizierten Stück Wachs, das in einem Tuch gewickelt, verwendet wurde. Selbst der erste echte Lippenstift hatte noch keinen praktischen Halter. Die drehbare Halterung kam erst in den Vierzigern.

Lippenstift heute: nicht nur farbig, sondern auch gesund

Für gut 50 EUR war die luxuriöse Kosmetik ein wenig teuer und die Inhaltsstoffe wie Hirschtalg und Rizinusöl für mehr Geschmeidigkeit oder das schwermetallige Eosin für Kussechtheit machten den Lippenstift nicht unbedingt zur Delikatesse.

An pflegenden Lippenstift wurde damals nicht gedacht. Lipgloss und -balsam wie beispielsweise bei der Lippenpflege von Breuninger oder allgemein nachhaltige Gesichtspflegeprodukte entwickelten sich erst allmählich mit dem Bewusstsein für die eigene Gesundheit.

Gefragt sind die kleinen Wundermittel mehr den je, denn immerhin werden nicht selten mit einem Pflegeprodukt als Gratisgeschenk, wie hier zu sehen, die nächsten neugierigen Testerinnen angelockt.

Wenn wir bedenken, dass wir im Schnitt über das Jahr einen Lippenstift „essen“, sollte er doch wenigstens gesund sein. Unser heutiger Lippenstift besteht vorwiegend aus Ölen, Pigmenten und einer geheimen Rezeptur je nach Hersteller. Nur das (Bienen-)Wachs aus der alten Zeit ist noch übrig geblieben.

Bild: © Maksym Yemelyanov – Fotolia.com

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