Wolfgang Joop ist “tausendfach gescheitert”
Der Designer, der erklärt, seine Mode “immer als Kunstwerke” betrachtet zu haben, ist jedoch auch der Meinung, dass einige seiner Kollegen es mitunter in der Gestaltung ihrer Kollektionen übertreiben würden. “Sie fühlen sich gezwungen, immer groteskere, lautere, absurdere Kreationen auf den Laufsteg zu schicken”, moniert er. Schließlich, so prophezeit der 66-Jährige, bliebe am Ende “nur noch eine Kundin: Lady Gaga.”
Er selbst sei indes auch nicht immer auf dem richtigen Weg gewesen und “tausendfach gescheitert”, räumt der Vater von Designerin Jette Joop – mit der er sich im letzten Jahr zerstritten hat – ein. “Das macht einen erst groß. Wer nicht den Atem der Katastrophe gespürt hat, hat es nicht geschafft. Ich habe mich leider nie für die Multiplikation eines Produkts interessiert, mir waren die Problemzonen von Frauen und Männern immer egal.”
Zurzeit gönnt sich der Modeschöpfer mit seinem Label Wunderkind, das von Berlin nach Potsdam umsiedeln wird, eine Auszeit. Jedoch ist es ihm im Gespräch mit dem ‘GQ’-Magazin wichtig, zu versichern, dass diese nicht das Ende seines Labels markiere. “Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Wunderkind wird es weiter geben, und die Auszeit heißt nicht, dass es nie mehr eine neue Kollektion geben wird. Acht Jahre haben ich und das Team quasi durchgearbeitet”, und hätten demnach eine Pause nötig gehabt.
In der Zwischenzeit widmet sich Joop, der auch Künstler ist und immer wieder zu Ausstellungen lädt, der Kunst und verrät, gerade erst “für die Neue Wiener Werkstätte eine Möbelkollektion fertiggestellt” zu haben. “Und ich werde mich mehr meiner Kunst widmen”, führt er aus. “Wichtig ist es, wagemutig zu sein – und das bin ich mit meinem Neoklassizismus. Mit meiner Kunst, die sich erlaubt, etwas mit Können zu tun haben zu wollen.”
