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1. Juli 2010

Der Trend zur Tattoo-Entfernung

Cleanskin Tattoo-EntfernungNicht jede Idee bleibt ein Leben lang eine gute Idee und so ist das auch mit allerhand Tattoos. Einst gab es den Trend zum Arschgeweih, dann den der Nacken-Markierung und nicht zu vergessen der neueste Trend zu kryptischen Sprüchen à la Angelina Jolie oder Heidi Klum, die ihre Kinder an ihrem Unterarm symbolisch durchzählt. Eine weitere nicht immer ganz bereungsfreie Idee, ist der Spontaneinfall der Namens-Tätowierung unter dem Gütesiegel der vermeintlich ewigen Liebe.

Und was macht man nun mit derartigen Körper-„Kunst“-Stichen, wenn die Haut anfängt zu hängen, wenn der Name nicht mehr aktuell ist oder schlicht und ergreifend die Euphorie, auf der Trendwelle mit geritten zu sein, verblasst? Ganz einfach: Man lässt sich den Spaß ebenso kostenintensiv und schmerzlich wieder entfernen, wie er einst seinen Weg auf den Körper gefunden hat, denn die voranschreitende Technik der Tattoo-Entfernung macht es möglich.

Cleanskin, als ein Anbieter einer solchen Technik, erfährt im Zeitalter der makellosen und käuflichen Schönheit sogar laut eigenen Aussagen einen wahren Boom. Entfernungs-wütige Tattoo-Träger kriechen mit ihren Fehltritten in Sachen Körperbemalung aus allen Ecken und Löchern hervor. Um dem Kundenwunsch nach ungezeichneter Haut nachzukommen, wird mit dem Nd:YAG-Laser Verfahren gearbeitet. Dabei kann durch verschiedene Wellenlängen nahezu jedem Tattoo zu Leib gerückt und durch die nicht ionisierende Strahlung eine Verletzung der umliegenden Hautpartien vermieden werden. Laut Cleanskin wird die Entfernungsskala von spontanen Motiven wie etwa Früchten, Komikfiguren oder Tieren angeführt und durch besagte Arschgeweihe und diverse Schriftzüge komplettiert. „Häufig spielen berufsbedingte Veränderungen eine große Rolle. Ist das Tattoo dann weg, ist die Erleichterung und Freude bei unseren Kunden umso größer.“ (Cleanskin/Fr.Kapalle)

Tattoo-Entfernung ist also längst keine schamhafte Angelegenheit hinter verschlossenen Türen mehr, sondern der unvermeidlich nächste Schritt nach dem Trend zum Spontan-Tattoo. Also, vielleicht sollte man mit der Wahl des Motives und der Entscheidung zum Tattoo doch etwas gewissenhafter sein und sich nicht nur an Star-Trends, Situationsgefühlen, Gruppen-Späßen und Rausch-Entscheidungen orientieren, dann erspart man sich später nicht nur das zu späte Einsehen und die Sitzungen unterm Laser, sondern auch bare Münze!

(Foto: Cleanskin, Timo Skorzik)

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