Schmidttakashi unter der Trendlupe
Mit 101 ist gerade die neue Kollektion des Designer-Duos Eugenie Schmidt und Mariko Takahashi, die sich hinter dem Label-Namen Schmidttakashi verbergen, erschienen. Natürlich lässt sich das aufstrebende Berliner Label es auch nicht nehmen in diesem Jahr Teil der Fashion Week zu sein und präsentiert die aktuelle 101 Kollektion heute Abend um 21.00 Uhr mit einer Fashion Performance im Direktorenhaus am Krögel. Anschließend ist die Ausstellung noch bis zum 11.7.2010 zu sehen.
Damit setzen sie ihre Fashion-Reise fort, die zuletzt mit „Reanimation“ auf sich aufmerksam machte. Damals ging es um die Wiederbelebung von gebrauchter Kleidung und auch diesmal führen die Designerinnen ihren Streifzug in Sachen Nachhaltigkeit fort. Es wurden auch in der neuen Kollektion wieder Kleidungsstücke einer neuen Bestimmung zugeführt. Kleider, Hosen und Co. wurden in ihre Einzelteile zerlegt und schließlich nach neuen Entwürfen wieder zusammengefügt.
Und damit sind wir auch schon bei dem absolut Besonderem dieser Kollektion bzw. des ganzen Label-Konzeptes, denn egal ob man die Mode am Ende mag oder nicht, mit dieser speziellen Recyclingform heben sich die Stücke der Schmidttakashi-Kollektion von üblichen Modeentwürfen anderer Labels ab und setzen einen neuen Nachhaltigkeits-Maßstab in der Modewelt.
„An gebrauchter Kleidung finden sich Spuren der Physis, der Haltung, der Attitude und des Lebensstils der Träger. Uns fasziniert diese individuelle Prägung von Kleidungstücken, diese verstofflichte Patina, die aus anonymer Massenware authentische Unikate macht.“ (Eugenie Schmidt)
Übrigens waren die Designer-Damen bei ihrer aktuellen Kollektion nicht ganz allein am Werk, denn mit der Unterstützung des Forschungsteams INKA von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin wurde die RFID-Technik optimiert, die in den Kollektionen von Schmidttakashi eine zentrale Rolle spielen. Diese Technik lässt sich recht simpel zusammenfassen: „Alle Kleidungsstücke, die wir in unserer Kollektion verarbeiten, werden in einer Datenbank gespeichert. Wer Stücke aus unserer Serie trägt, kann diese Informationen über das Label abrufen. Das ist dann meist ein ganz besonderer Moment, wenn die Geschichte des Kleidungsstücks sichtbar wird und sich die Vielschichtigkeit unseres Entwurfs zeigt.“ (Mariko Takahashi), d.h. der integrierte Chip gibt dem Käufer Aufschluss über die Herkunft und Zusammensetzung des Kleidungsstückes seiner/ihrer Wahl.
Mit all dem Wissen um das, was diese Mode ausmacht, einen Blick auf die Kollektion zu werfen, lässt die Mode zumindest besser verstehen, was aber am Ende dennoch nicht dazu führt, dass man hier den kompletten Daumen nach oben zeigen kann. Die Mode von Schmidttakashi ist gewöhnungsbedürftig, nicht immer alltagstauglich und definitiv etwas für mutige Fashion Victims mit einer gehörigen Portion modischem Eigensinn.
