Geronimo‘s Pedelec meets Großmutters Hühnerschreck
Jede Wette, dass kaum jemand weiß was „Pedelecs” sind! Das ist insofern bezeichnend, da diese Wortkreation angeblich DEN Trend für 2009 bezeichnet. Aber gut, die berufsbedingte Begeisterung sei dem Handel verziehen – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten.
Aber was ist es nun wirklich, unser Pedelec? Vielleicht kommen wir der Lösung ja ein Stück näher, wenn wir erfahren, dass es alternativ auch EPAC genannt wird. Leider auch wenig hilfreich, wenn man nicht weiß dass die Abkürzung für “Electrically power assisted cycles” steht. Und genau das ist ein Pedelec: ein „Pedal Electric Cycle”, also ein Fahrrad mit einem elektrischen Hilfsmotor. Wichtig dabei ist allerdings, dass dieser Motor nur in Verbindung mit dem herkömmlichen Fahrradantrieb, den Pedalen, funktioniert. Denn sonst wäre es ein Mofa und somit versicherungspflichtig, kennzeichenpflichtig, etc. Und außerdem dürfen Pedelecs laut Gesetzgeber 250 Watt Motorleistung und 25 km/h nicht überschreiten.
Also rasendes Superrennrad ist es schon mal keines, das Pedelec. Aber es ist umweltfreundlich und erleichtert das Fahrradfahren. Und das ist für alle körperlich Eingeschränkten oder Unfitten definitiv eine gute Sache. Oder auch für alle, die nicht total verschwitzt im Büro ankommen wollen und deshalb bisher den umweltfreundlichen Drahtesel lieber im Stall ließen.
Seine Stromversorgung bezieht der Hilfsmotor übrigens aus einem Akku, den man (je nach Modell) direkt per Stromkabel oder über eine Ladestation aufladen kann. Laut Herstellerangaben liegt die Reichweite eines solchen Akkus zwischen 15 und 40 Kilometern. Wie lange bzw. über welche Strecke so ein Akku aber tatsächlich den Fahrer tatkräftig unterstützt, hängt in erster Linie davon ab wie fleißig dieser selbst in die Pedale tritt. Also für kürzere Strecken ist ein Pedelec definitiv eine Erleichterung, längere Fahrradtouren können bei vorzeitig entleertem Trethilfe-Akku zu einer ziemlichen Tortur werden, da das Gewicht eines E-Fahrrades deutlich über dem eines normalen liegt und somit auch anstrengender zu bewegen ist.
Klingt für mich alles in allem nach einer guten Idee, die aber noch etwas praktikabler umgesetzt werden müsste und übrigens ganz so neu auch nicht ist! Bereits in den 50er Jahren gab es motorisierte Fahrräder, damals allerdings noch mit Verbrennungsmotor statt Akku und entsprechender Lautstärke. Weshalb die antiken Stücke übrigens Hühnerschreck genannt wurden. Worauf sich wiederum Pedelec reimt. Zufall?
Bleiben noch die Fragen was ein Pedelec kostet und wo man es bekommt. Soviel Innovation und Trendbewusstsein hat natürlich seinen Preis. Pedelecs sind ab 1300 Euro aufwärts erhältlich, dafür kann man sich dann aber vielleicht irgendwann rühmen einmal eine/r der ersten E-Rad-Besitzer gewesen zu sein. Erstehbar sind die guten Teile beispielsweise beim Schweizer Hersteller BikeTec. Oder ihr geht zu MaxxBikes, die bauen einem sogar ein Wunsch-Pedelec speziell nach den eigenen Vorstellungen. Womit wir wieder mal beim Thema „gekaufter Individualismus” wären. In diesem Sinne: Verleiht Eurer Individualität Ausdruck und kauft Euch Euer ganz persönliches, maßgeschneidertes Pedelec. Jetzt!