Pap(i)er Fashion Ausstellung
Papier setzt sich auch in Mode, Möbeldesign und Kunst immer mehr durch. Und so verwundert es wohl kaum, dass es jetzt in Zürich zur Paper Fashion Ausstellung gekommen ist. Was aber schon verwundert – man wird schnell feststellen dass es schon früher Mode mit oder aus Papier gab. Es wurde zum Beispiel in Kriegs- oder Krisenzeiten auch aus Not auf Papier zurückgegriffen. So zeigt die Ausstellung also Kreationen aus Papierstoff, die ab den 60zigern über Amerika auch in Europa bekannt wurden. (Foto: Yuri Pardi)
Außerdem gibt es einen Film des brasilianischen Modedesigners Jum Nakao zu sehen, in dem gezeigt wird, wie 2004 Models auf der Sao Paolo Fashion Week seine Kollektion „A costura do invisivel“ und damit 700 Arbeitsstunden zu Nichte machen, in dem sie sich medienreif die Kleider vom Leibe rissen, was den Gedanken des Wegwerfkleides noch verstärkte.
Wegwerfkleider sind aber sehr viel vielfältiger als nur für Showeffekte, wobei man die Verwendung zu politischen PR-Zwecken durchaus auch als Show-Effekt bezeichnen könnte. Aktuell haben sich aber vor allem Stardesigner wie Paco Rabanne oder Issey Miyake an dem leicht formbaren Rohstoff zu schaffen gemacht. Auch Karl Lagerfeld oder John Galliano haben Papier für ihre Designs verwendet.
Die Paper Fashion Ausstellung, die Papier Mode von den 60ern bis heute zeigt, ist noch bis zum 1. August im Museum Bellerive in Zürich zu bewundern. Und wem Zürich zu weit ist, der kann ja zum Beispiel selber ein Stück Papier in Form einer Halskrause oder eines Armreifs von Saloukee ausführen und quasi zu einer Art mobilem öffentlichen Kunst-Museum werden. Viel Spaß dabei!

Alvin Toffler hat bereits im Buch “Zukunftsschock” vorausgesagt, dass sich irgendwann Mode aus Papier durchsetzen wird. Bisher ist es noch nicht soweit, mal schauen was wird.
Kommentar von alvin — 17. Mai 2010 @ 18:40
Recycling für Avantgardisten – schöner artikel über Papier-Fashion gibts hier: http://www.sounds-like-me.com/news/recycling-fur-avantgardisten-papier-fashion/#more-13864
Kommentar von Lena — 31. Mai 2010 @ 20:30