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Outfit: Basis und Hightec

Ist euch schon mal aufgefallen, dass sich nicht nur die Technik um uns herum verändert, sondern auch an uns? Es gibt inzwischen schon sehr interessantes Outfit, das man ganz ungezwungen zu Hightec-Klamotten erheben könnte. Das Ganze nennt sich meistens Funktionswäsche, das heißt die Funktion besteht nur im Basiselement darin, uns vor Wind und Wetter und natürlich vor neugierigen Blicken zu schützen.

Was war nochmal die Basisfunktion von Kleidung?

Das erste Kleidungsstück für einen Menschen dürfte laut Bibel das Feigenblatt gewesen sein. Es war also nicht der Schutz vor der Kälte oder der Sonne, sondern wenn man so will: Sichtschutz. Das klingt interessant, oder? Übrigens hätten wir es mit ein bisschen Französischkenntnissen auch Gardine nennen können, schließlich steckt in dem deutschen Wort noch gut sichtbar das französische Wort für guard (Schutz). Für diese Funktion muss kein Highend-Outfit geschaffen werden, da reicht schon ein Feigenblatt oder ähnliches, sollte nur so viel wie möglich Haut verdecken.

Wahrscheinlicher wird es aber wohl Schutz vor Kälte sein, was die Homo Sapiens und Neandertaler dazu bewog, sich Felle überzuwerfen. Wenn die Tiere mit dem Ding nicht froren, dann werden sie es wohl auch nicht. Es mag eine Umstellung gewesen, vom eigenen Fell – das sich irgendwie nicht mehr so gut ausprägte – auf Fremdfell umzusteigen. Was gern vergessen wird, ist, dass Kleidung, je engmaschiger sie ist, und natürlich auch Felle einen passablen Schutz vor UV-Strahlen bieten können, daher soll dieser nicht unerwähnt bleiben. Auch der Schutz vor Schmutz oder anderem Fremdkörper in und auf die Haut könnte man noch als Basisfunktion dazuzählen.

Irgendwann hat man sich dann durch Felle identifizieren können und sich untereinander wiedererkannt und erst viel später kam die Idee, sich dadurch von anderen abzugrenzen. Und so sind wir den Zeiten der Mode doch schon mal näher gekommen. Denn auch das sind Funktionen: Individualität und Gleichheit (Uniform).

Und heute?

Die Basisfunktionen werden immer noch gebraucht und halbwegs bewusst verwendet. Doch jetzt wird auch auf den Körper geachtet. Damit ist kein hautenges Etuikleid gemeint, das passt dann eher unter die Modefunktion Attraktivität. Vielmehr wird heutzutage die Gesundheit und der Komfort einbezogen. Das fängt bei orthopädischen oder gesunden Schuhen an, zieht sich über Funktions(-unter-)wäsche und Kompressionssocken endet bei Softshellklamotten. Irgendwie werden sie alle unter den Begriff Funktionstextilien gepackt, denn sie haben mindestens eine Funktion mehr als Standardklamotten.

 

Kompressionssocken wie zum Beispiel Socken von Strammer Max fördern die Durchblutung, was man von normalen Socken nicht behaupten kann. Außerdem regulieren sie die Feuchtigkeit (also unsere Schweißausschüttung). Letztgenannte Funktion kommt auch bei Softshell zur Anwendung. Dazu ist die Atmungsaktivität ein entscheidendes Plus bei Kleidung. Sommerkleidchen sind besonders atmungsaktiv, da frau ziemlich wenig Stoff trägt, aber in voller Montur im Winter die Skipiste herunterzurodeln und dennoch weder zu schwitzen noch zu frieren ist der Vorteil von Funktionswäsche. Da wir bekanntlich als erst Unterwäsche tragen, bevor Shirt und Hose darübergezogen werden, sind diese Bekleidungsstücke sehr nah am Körper. Funktionsunterwäsche kann also schon enorm helfen, wenn sie ordentlich wärmen und den Feuchtigkeitshaushalt regulieren kann.

Der Grund für diese Zusatzfunktionen sind, wenn man so will, Gewebetechniken und die Wahl des Stoffes. Das Geheimnis für atmungsaktive und zugleich wasserdichte Kleidung liegt zum Beispiel darin, dass Wasserdampf-Partikel kleiner sind als Wassermoleküle. Wasserdampf (vom Körper produziert) kann austreten, aber kein Wasser eintreten. Recht neu und schon sehr begehrt sind selbstreinigende Kleidungsstücke. Unsere Kleidung schützt also nicht nur uns vor jeglichem Fremdkörper, sondern auch sich selbst. Beobachtet wurde dieser Effekt bei der Lotospflanze, deshalb nennt sich der Effekt auch Lotos- oder Lotuseffekt. Das Wasser kann sich nicht auf der Oberfläche halten und perlt ab. Dabei nimmt es alle möglichen Staub- und Schmutzpartikel mit. Die hydrophobe Oberfläche ist hier das Geheimnis.

Technik und Komfort hin oder her – manchmal werden die Forscher zu experimentierfreudig. Teflonbeschichtete Textilien lassen sich zum Beispiel sehr schwer abbauen und gehören daher praktisch zum Sondermüll. Teflon ist Teil der Gruppe der Membrantextilien und wird zum Beispiel häufig für atmungsaktive Schuhe eingesetzt.

Wenn ihr jetzt denkt, so was kann ich mir nicht leisten, ist das nicht ganz korrekt. Denn in gewisser Weise zählt auch Fleece zu den Geweben für Funktionskleidung – völlig ungefährlich, preiswert und herrlich weich und warm.



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