mareen unter der Trendlupe
In Berlin tummeln sich ja viele schöpferische Geister und eben auch viele Nachwuchsdesigner, die versuchen ein bisschen Großstadtinspiration mit in ihre Mode zu übertragen oder einfach einen pulsierenden Lebensmittelpunkt zu finden. Mareen Weden ist eine von ihnen. Nach ihrem Design-Studium in Hamburg und ersten Mode-Jobs in München, verschlug es die frischgebackene Modedesignerin nach Berlin, wo sie 2008 das Label mareen gründete.
Mit dem Fokus exklusive Mode aus vorrangig französischen Stoffen zu schaffen und damit das Feminine der Frau zu unterstreichen, werden im mareen Atelier fortan Mareen Weden’s Entwürfe in Handarbeit und limitierter Stückzahl gefertigt. Dabei wird vor allem viel Wert auf eine hochwertige Verarbeitung der Materialien sowie besondere Details gelegt.
Die aktuelle Kollektion hält sich dabei an unaufdringliche Trendfarben aus maritimen Tönen und erdigen Nuancen. Inspiriert von einer Meeresbrise in ihrer Heimat, greifen auch die Kleider diese maritime Luftigkeit auf. Soweit zur Theorie, in der Praxis sieht das Ganze dann schon ein wenig anders aus. Natürlich gibt es vereinzelte Stücke in der mareen Kollektion, die durchaus tragbar sind und alle versprühen den Charme einer luftigen Meeresbrise, wirken elegant und luxuriös, aber muss man heutzutage noch Seide, Kaninchenfell, Perlmuscheln, Büffelbein oder Nappaleder verwenden um eine hochwertige Kollektion umzusetzen und das auch noch als „Besonderheiten des Labels“ aufführen?
Sicher, dass alles in deutscher Handarbeit gefertigt wird, ist ein Pluspunkt, aber den sinnlosen und qualvollen Tod von etwa Kaninchen macht das auch nicht besser. Neben diesem K.O-Kriterium für die Kollektion kann ich auch an der Fotos der Herbst/Winter Kollektion 2010/2011 nicht viel Gutes finden. Die Idee, die Kollektion auf einem alten Dachstuhl zu präsentieren ist super, aber Models, die wie bestellt und nicht abgeholt aussehen, das ist doch keine gute PR in Sachen Tragekomfort. Die Models vermitteln bei fast allen Bildern den Eindruck sich sowohl an dem Ort als auch in den Outfits völlig deplatziert zu fühlen.
Fazit: Die Kreativität von Mareen Weden stelle ich keineswegs in Frage und ihre Entwürfe sind sicher zum Teil sehr feinsinnig und durchaus auch tragbar, aber Mode, die Opfer fordert und damit auch noch prahlt, ist ein absolutes NO GO.
(Foto: openpr/mareen)
