FKK Mode
Zu den vielen schönen Dingen am Sommer zählt mit Sicherheit, dass man sich seine noble Blässe nicht mehr schönzureden braucht, sondern seiner Haut durchaus die eine oder andere Dosis Sonne verabreichen kann und mit naturgebräunter Haut belohnt wird. Natürlich nur mit ausreichendem Sonnenschutz, denn krebsrot tut erstens weh und sieht zweitens auch so aus, als würde es das tun. Der Nachteil am Bräunen in der Stadt ist allerdings, dass man meistens dabei bekleidet ist. Sommerlich zwar, aber doch bekleidet. Und das hinterlässt natürlich dort wo die Kleidung saß hellere Haut als dort wo keine war. Leider ziemlich unschön, aber wer nicht so wild auf Massen von nackten Menschen ist, muss die Ränder wohl oder übel in Kauf nehmen.
Nun sind wir aber hier ja ein Fashion-Blog und eigentlich möchte man meinen, dass FKK und Mode einander ausschließen würden. Weil „textilfrei“ ja modefreie Körper meint und so. Geht es allerdings nach den Hamburger Designern Stefan Harm und Tobias Jopp hat FKK-Mode nichts mit Nackten am Strand, sondern viel mehr mit ihren eigenen Kollektionen zu tun, die sie seit mittlerweile 10 Jahren unter dem Label FKK vertreiben.
Bei FKK verbinden sich „klare Linien mit grafischen Elementen und scheinbar spießigen Details zu einem lässigen und dennoch formellen zeitlosen Chic“ und „innovatives Design mit ausgefeilten Passformen und ungewöhnlichen Stoffen.“ Inspiriert sind die guten Stücke von den 70er Jahren, Op- und Pop-Art und dem Stil von Ikonen wie Romy Schneider oder Hildegard Knef.
Stefan Harm und Tobias Jopp arbeiten übrigens schon seit ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Akademie für Kunst & Design zusammen und kümmern sich nicht nur um das Design, sondern haben ebenso die Kontrolle über Stoffeinkauf, Schnittführung, Fertigung und Vertrieb. Alles aus 4 Händen, sozusagen.
Obwohl man der Mode eine gewisse Extravaganz keinesfalls absprechen kann, sind die Kleider, Röcke, Tops und Jacken durchwegs alltagstauglich und bestechen durch eine schlichte Eleganz und tatsächlich sehr ansprechend und bequem aussehende Stoffe. Sehr schick finde ich auch die Schalkreationen, die mit Namen wie Sophia, Frida, Peter oder Rollo ausgestattet sind. Die beiden letzteren sind aber leider auch die einzigen Kleidungsstücke für Männer, die der Online-Shop von FKK – die sogenannte E-Boutique – anbietet, was ich als Mann natürlich extrem schade finde.
Aber die Mode von FKK gibt es ja neben online auch noch in ihrem Hamburger Laden. Und wenn ich das nächste Mal die Hansestadt besuche, werde ich überprüfen ob da außer Peter und Rollo nicht doch noch was für mich rumhängt. Und wenn nicht, beschwere ich mich bei den beiden Modemachern höchstpersönlich, denn laut Homepage stehen die ihren Kunden im Laden selbst rat- und tatkräftig zur Seite.